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BUCHEMPFEHLUNG
Alles geben: Warum der Weg zu einer gerechteren Welt bei uns selbst anfängt

Ehrlich gesagt, wusste ich vor der Lektüre nicht, wer Neven Subotić ist. Asche über mein Haupt. Mein Vater aber, der das Buch irgendwo bei mir entdeckte, wusste gleich, dass Neven mit Kloppo bei Mainz und Dortmund gespielt hat.

Und Papa hat recht: Neven schloss 2006 seinen ersten Profivertrag mit Mainz 05 ab und wechselte dann 2008 mit Jürgen Klopp nach Dortmund zum BVB.

Neven Subotić Alles geben

Alles geben – Neven Subotić

In „Alles geben“ beschreibt Neven seine ungewöhnliche Lebensgeschichte: Geboren in Bosnien. Flucht mit den Eltern nach Deutschland. Auswanderung in die USA. Fußballkarriere gemacht. Ganz oben angekommen. Einer der erfolgreichsten Abwehrspieler Europas. Geld ohne Ende. Nächte im Rausch. Schnelle Autos. Villa mit Jacuzzi … so weit, so wenig ungewöhnlich.

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs stellt Neven fest, dass Cadillacs mit 27 Zoll Felgen überraschenderweise doch nicht glücklich machen. Er entscheidet sich, sein Engagement und sein Geld denen zu widmen, die im anderen Extrem leben müssen. Er gründet eine Stiftung, die Sanitäranlagen und Brunnen in Äthiopien, Kenia und Tansania errichtet. Und er steckt den Großteil seiner Zeit und seines Gehalts in diese Arbeit.

„Alles geben“ ist ein exzellentes Buch mit der bemerkenswerten Lebensgeschichte eines besonderen Menschen. Fasziniert hat mich vor allem zu erfahren, wie ein Mensch dazu kommt, seine Prioritäten im Leben derartig drastisch zu ändern.

Diese drei Auszüge aus „Alles geben“ – habe ich mir neben einigen anderen – notiert:

„Ich hatte großen Erfolg als Sportler: Check. Ich hatte ein großes Haus: Check. Ich hatte schnelle Autos: Check. Ich hatte schöne Frauen: Check. Ich kümmerte mich aus der Ferne um die finanziellen Belange meiner Eltern: Check. Ich machte auch ein bisschen Charity: Check. Nur eine Sache hatte ich vergessen. Mich zu fragen: Neven, was möchtest du eigentlich? Wer möchtest du sein? Was soll dein Beitrag zur Gesellschaft sein?“

Diese Fragen sind großartig und perfekt zur Selbstreflexion geeignet.

  • Was möchte ich eigentlich?
  • Wer möchte ich sein?
  • Und was soll mein Beitrag auf diesem Planeten sein?

Fragen, die sich zu wenige Menschen stellen. Fragen, auf die zu wenige Menschen Antworten finden. Fragen, deren Antworten zu wenige Menschen so konsequent umsetzen, wie Neven Subotić.


„Dazu trug das System bei, das nicht den Einzelnen sieht, sondern nur die Erfolgsmaximierung, und so auf alle darin Arbeitenden einen Druck ausübt, der sie nicht mehr menschlich agieren lässt … Nachdem ich nach vielen Jahren entdeckte, welche Schatten der Glanz wirft, treibt mich der Gedanke um, warum wir das Potenzial, das in diesem System und in den Menschen, die darin agieren, steckt, nicht anders nutzen.“

Mein Déjà-vu, denn in der Wirtschaft und in vielen Unternehmen sieht es leider oft nicht anders aus. Man sieht nicht den Einzelnen, sondern nur die Erfolgsoptimierung. Und mit dem letzten Gedanken beschreibt Neven exakt das Thema, das auch mich seit zwei Jahrzehnten mit meinen Büchern und Vorträgen antreibt: „Wie können wir ein Umfeld schaffen, das es Menschen erlaubt, ihr volles Potenzial zu nutzen. Also all die Fähigkeiten, die Menschen Tag für Tag mit zur Arbeit bringen könnten, es aber für gewöhnlich nicht tun.“


„Kloppo gibt dir das Gefühl, besser, schneller und stärker zu sein als du bist, er feiert dich, sodass es dir vorkommt, dein Trainer sei dein größter Fan.“

Genau das macht meiner Überzeugung nach eine starke Führungskraft aus: Sie ist dein größter Fan. Sie traut dir mehr zu, als du dir selbst zutraust!

Der von mir sehr geschätzte Warren Bennis hat es sinngemäß mal so gesagt: "Das Beste, was eine Führungskraft tun kann, ist, seine Mitarbeiter darin zu unterstützen, ihre eigene Großartigkeit zu entdecken".

Ein Satz, bei dem ich immer noch Gänsehaut bekomme: Die Führungskraft, die ihre Mitarbeitenden darin unterstützt, ihre eigene Großartigkeit zu entdecken. Wow!

Scheinbar ist Jürgen Klopp so ein Typ.

Zusammenfassend:
Alles geben – Neven Subotić

Für mich ist „Alles geben“ von Neven Subotić ist ein Klassebuch, weil es

1) einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Profifußballs erlaubt.
2) eine bemerkenswerte Biografie erzählt und
3) einen unfassbar sympathischen, engagierten und außergewöhnlichen Menschen porträtiert und seine Entscheidung, sein Leben um 180 Grad zu wenden.


Ich wünsche dem Buch viele Leser. Leser, die sich von Nevens Lebensweg inspirieren lassen.

Und ich wünsche Neven und seiner Stiftung alles Gute und viel Erfolg.

Wenn dir "Alles geben" von Neven Subotić gefällt, werden dir auch "Du kannst alles, wenn du nur willst" von Jean-Claude Biver, "Ich und andere Nebensächlichkeiten" von Charles Handy und "Womit ich nie gerechnet habe" von Götz Werner gefallen. Hier geht es zurück zur Übersicht der besten Wirtschaftsbücher und hier geht es zu den aktuellen Buchtipps.

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Ich bin Peter Kreuz: Herausgeber dieser Seite, Spiegel-Bestsellerautor und Gründer von Rebels at Work. In meinen Büchern und Vorträgen zeige ich, wie Führungskräfte und ihre Teams erfolgreich durch ein Umfeld der Disruption, Digitalisierung und Komplexität navigieren können und sich fit für die Zukunft machen. Mein aktuelles Buch: Vergeude keine Krise!

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