Buchbesprechung 101 Essays, die dein Leben verändern werden

Okay, ich gebe zu, ich bin drauf reingefallen!

„101 Essays, die deine Leben verändern werden“ – klingt ja zunächst einmal super. Dann noch der Aufkleber „Spiegel Bestseller Platz 1“.

Also habe ich zugegriffen … und mich dabei mächtig vergriffen.

Klar, das Inhaltsverzeichnis klingt spannend. „Die 7 Prinzipien des Zen“, „Unbewusste Verhaltensweisen, die dich daran hindern, das Leben zu führen, das du dir wünscht“, „Die Psychologie der Alltagsroutine“, „10 Dinge, die emotional intelligente Menschen nicht tun“ und noch 97 weitere – tatsächlich interessant – klingende Überschriften.

Aber das war es dann auch schon mit interessant. Wenn man dann in die Lektüre einsteigt, entdeckt man ein extrem dünnes Süppchen.

„Die 7 Prinzipien des Zen“ zum Beispiel.

Da wurde mir fast schlecht.

Zen-Buddhismus auf vier Seiten zusammengefasst? Gewagt. Aber dann mit Tipps wie „Neben deinen Meditationsübungen ist das Wichtigste, dass du dir Zeit zum Entspannen, Erholen und Nachdenken nimmst“. Oberflächlicher und banaler geht es nun wirklich nicht.

Und so erscheint mir das ganze Buch: eine Anreihung und Aufzählung von (Binsen)-Weisheiten.

Darüber hinaus hat mich das defizitäre Menschenbild des Buchs gestört. Zielgruppe scheinen Menschen zu sein, die im Kern mit sich selbst, ihrem Leben, ihrem Körper, ihrem Denken oder ihrem Handeln unzufrieden sind. Die sich als defizitär und mangelhaft empfinden.

Wer sich hier verortet und kein Problem mit intellektuellem Fastfood hat, der kommt mit „101 Essays, die deine Leben verändern werden“ voll auf seine Kosten. Für Menschen mit einem Growth Mindset, die echte Essays und Tiefgang erwarten, ist das Buch eine böse Geschmacksverirrung.

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